Beitragsseiten
Licht bei geschlosenen Augen
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Seite 6
Seite 7
Seite 8
Seite 9
Seite 10
Alle Seiten

Licht bei geschlossenen Augen  

 

 

     ZUHAUSE

     Du kommst von fern
     und öffnest
     mit deinem eigenen
¬†¬†¬†¬† Schl√ľssel
     mein Haus

     Und findest mich
     bei dir
     daheim 

Licht bei geschlossenen Augen

Verlag: API, Perth 1993
ISBN:   0 646 13719 0
deutsch / englisch
Auflage vergriffen

Zu bestellen :
Online: www.amazon.de / marketplace 

 

INSEL

Stundenlang
weißer Sand
und die Schaumzungen
der gr√ľnen See.
Fußspuren
zwei Fährten
nebeneinander im Sand. 

Fehlte eine
wie einsam
wäre das Land

 

 

 

 

STAUNENDER FLUSS

Wenn er heiter fließt
und schön wird
sich ausbreitet
und die Schl√∂sser gr√ľ√üt

weil er erwartet wird
im Meer 

 

 


 

VOR DEM ABSCHIED

Den ganzen Tag
schiebt sich
weit hinten im Riff
durch den warmen
steten Regen
das Boot ‚Äď
zwei Männer, zwei Stangen.
Gelassen
durch die Abstände der Palmen
gleitend
nimmt es die Zeit
zwischen den St√§mmen ‚Äď

Noch einmal
die unsre. 

 

 

 

 

IM GL√úCK

Mein Herz
fährt noch immer
im klaren Licht
des Palmenhains
mit dir

Wir waren schon weg
als die Kokosnuss
eine Schnecke erschlug


 

BRUNNENGESPR√ĄCH

Als ich
den Kopf √ľber einen Brunnen
beugte
schaute mir dein Spiegelbild
aus der Tiefe entgegen

Da fielen Tränen
zu mir herauf

 

 

 

UNERWARTET 

Unerwartet
an den Rand des Vulkans
geschleudert
wo die Häuser verlassen sind
und die weißen Rosen
verdorrt
an Häuserwänden rascheln.

Der Himmel
macht die Bäume
fassungslos

 


 

 

 

WIEDERERKENNEN 

Da war
im Traum eine Pflanze
mit blau violetten Bl√ľten.
Ich erkannte dich
an ihrer Zartheit

 


 

 

 

 

 

 


 

MORGEN  

Morgen also komme ich.
Morgen also breche ich
hier alles ab
nehme das letzte Brett
trag es ins Feuer und
bin bei dir

dem Dach ohne Haus
aber mit
einem Morgen voller Vögel

 

 

 

 

UNTERM GELBEN SEGEL

Unterm gelben Segel ‚Äď
Komm in mein Boot
mein schattenwarmes
das den Fluss kennt
mit seiner blauen Sehnsucht

Lotosbl√ľte
in der Ruhe
vor dem Wasserfall

 



 

¬†STEHAUFM√ĄNNCHEN

In der Tiefe
gelagert
das Blei

Was mich umstößt
richtet mich auf

 

 

 

 

VERSUNKENER GARTEN

Auf Stufen und Moos
im versunkenen Garten
mit dir
Gefiederte Schatten
ber√ľhren
den Rand
eines einzigen Wortes

das in der Sonne liegt



SCHWINDEL

Ich sah dich tanzen
auf einem Seil
Halsbrecherisch

Ich glaubte
es dir gleichtun zu m√ľssen

Nun aus der Höhe
vorsichtig balancierend
sehe ich
dein Netz

 

 

 

 

NADEL IM HEUHAUFEN

Suchen
was verloren ging
Mond und die Leiter
zum Heu
Darin die Nadel

Tasten
bis es hell wird
in den Fingerspitzen

Schmerz
und am seidenen Faden
das Gl√ľck¬†



 

WARTEN

Untergrund.
Z√ľge tauchen
in die blauen Gewölbe.
Keiner kommt zur√ľck.

Du sitzt.
Die F√ľ√üe im Wasser.
Die Hände im Schoß.
Du wartest.

Manchmal kommt einer zur√ľck
und sagt dir die Zeit.

Immer die gleiche
 

 

 

 

DER BAUM 

Ein Baum
nimmt Abschied von seinem Wald.
Er l√§sst die Fr√ľchte des Jahres
dem Wild.
Stapft hinaus
auf die leuchtende Wiese.

Wohin
wird ihm der Vogel folgen
wenn er sein Nest
davongehen sieht

√ľbers Meer¬†



 

 

 

DRACHENSTEIGEN

Herbst auf den Feldern
fahrende Wolken
Schattensonne

Wenn wir uns k√ľssen
entgleitet die Schnur
und der Drache
vom Wind gezogen
fliegt ins Gl√ľck