Beitragsseiten
Manchmal rote Dächer
Seite 2
Seite 3
Seite 4
Seite 5
Alle Seiten

Manchmal rote Dächer

 

AM SCHWARZEN BACH

Du sitzt am Bach
Schatten spülen
über Steine
Deine Gedanken
wachsen in die Erde
Du bist
ein Baum unter Bäumen
während der Bach
dir davonspringt

Manchmal Rote Dächer

Verlag: API, Perth 1997
ISBN:  0 646 30829 7
deutsch / englisch  

Zu bestellen :
Online: www.amazon.de / marketplace 
Über die Autorin: siehe Kontakt


 

SINTFLUT 

Unter unsrer Arche
ziehen Wälder dahin
Manchmal rote Dächer
Berge
Der Zweig
mit seiner weißen Knospe
zittert  
Weit unten im Wasser

Die Taube im Mastbaum
den Kopf unterm Flügel
schläft 

 

 

 

 

 

ENDE JUNI 

Die Birke
nimmt nicht viel Himmel

Die Wolke legt still
an ihren Zweigen an
   
Komme, was wolle 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

ERWACHEN

Manchmal
schellt das Telefon im Traum

Und ich erwache
in diese Stille  

 

 

 

KINDERSPIEL

Die Augen
hast du mir verbunden
mich im Kreis gedreht

Als ich dich
tastend suchte
hattest du den Raum
schon verlassen

 

 




WIEDER ALLEIN 

Du bist abgereist.
Plötzlich kaue ich Stroh.
Die Hitze erschlägt mich.

Während die Amsel weitersingt
entfernst du dich
mit donnernder Geschwindigkeit.

Wie dunkel sich der Garten spiegelt
in meiner Fensterscheibe.
Ich schneide Rosen ab.
Ich tue Dinge, die
nicht mehr getan werden müssen.

Im schönsten Sommer bin ich
wie unter Wasser getaucht.

Taub vor Stille

 

 

 

NACH DEM SCHMERZ  

In einem Bunker,
Betonklotz überm lichtlosen Meer,
geht innen
die Sonne auf

So golden
dass ich erwache 

 



 

 

JAPANISCHES BILDNIS 

Die klaffende Wunde
am Stamm. Blütenkirsche
weiß
weißer der Mond nicht
hinter dem Berg
nicht krummer die bittende
Föhre
die sich reckt
überm nachtblauen Abgrund.

Komm.
Leg deine Hand
in die glutrote Kerbe
und sprich mich
blühend